Das schreib ich doch mit links

Jeder kennt den Spruch „Das schaffe ich doch mit links!“, was bedeutet, dass die Anforderung kein Problem darstellt. Beim Schreiben sieht dies jedoch schon wieder anders aus. Da von links nach rechts und von oben nach unten geschrieben wird, haben Kinder beim schreiben mit der linken Hand eine größere Herausforderung zu meistern, als ihre Klassenkameraden, die mit der rechten Hand schreiben. Linkshänder, die gerade anfangen, schreiben zu lernen, verbiegen meist ihre Hand, um ordentlich und leserlich zu schreiben. Dabei verkrampfen sie nicht nur ihre Hand und ihr Handgelenk, sondern häufig auch den Rücken. Auch sind sie des Öfteren langsamer und bekommen schneller Schmerzen, wodurch sie schnell die Lust und den Spaß verlieren können.

Symbolbild Linkshänder © Bildagentur PantherMedia dmitrimaruta

Symbolbild Linkshänder © Bildagentur PantherMedia dmitrimaruta

Was Eltern machen können

Viele Eltern machen sich Sorgen, wenn ihr Kind in die Schule kommt, ob es die neue Herausforderung auch „mit links“ meistern wird. Jedoch ist es nicht ratsam, einen Linkshänder auf die rechte Hand „umzuerziehen“, wie es lange der Fall war. Hierbei entsteht für die Kinder eine enorme Belastung, gerade auch psychisch, welche auch lange Zeit später Auswirkungen auf das seelische Wohlbefinden haben kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich bei Kindern, die zum Rechtshänder „erzogen“ wurden, häufiger Lese- und Rechtschreibschwächen, sowie Konzentrationsprobleme zeigen. Sinnvoller ist es, einige Tipps zu beachten, damit das Schreiben tatsächlich „mit links“ einfach und voller Freude erlernt wird.

Eltern sollten ihre Kinder unterstützen und sie darin bestärken, dass es nicht schlimm ist, Linkshänder zu sein und ihnen Sicherheit vermitteln, denn sie sind nicht anders, als alle anderen Kinder auch. Nur das Schreiben machen sie eben „mit links“.

Ergonomische Hilfe

Zahlreiche Hersteller bieten schon lange Stifte, Füller, Scheren und Lineale extra für Linkshänder an. Diese sind ergonomisch anders geformt und liegen optimal in der Hand. Angefangen vom Bleistift, bis hin zu Füller und Gelschreibern ist alles zu bekommen. Da die Stifte für alle Altersklassen entworfen wurden, passen sie sich der jeweiligen Handgröße gut an, verhindern, dass die Muskulatur der Hand frühzeitig ermüdet und fördern so eine entspannte Schreibhaltung.

Aber auch eine gute und entspannte Sitzposition ist wichtig, damit das Schreiben nicht zur körperlichen Anstrengung wird und die Kinder die Lust daran verlieren. Am Besten sollte bereits vor Beginn der Schulzeit darauf geachtet werden, dass die Kinder eine gute und ergonomische Sitzposition erlernen. Diese ist nicht nur zum Schreiben wichtig, sondern auch, um Haltungsschäden vorzubeugen. Bereits beim Malen kann darauf geachtet werden, wie das Kind sitzt und spielerisch darauf eingegangen werden, die Haltung zu verbessern.

Was Lehrer machen können

In der Schule sollten Lehrer darauf achten, dass sich Rechts- und Linkshänder beim Schreiben nicht gegenseitig stören. Eltern sollten den Klassenlehrer am Besten gleich zu Schulbeginn darauf hinweisen, dass ihr Kind Linkshänder ist, damit er bei der Sitzordnung von Anfang an darauf eingehen kann und so gar nicht erst Probleme entstehen. Auch Tisch- und Stuhlhöhe spielen hier eine große Rolle. Diese sollten optimal auf die Kinder und ihre Bedürfnisse abgestimmt sein, damit sich eine entspannte Haltung fast von selbst einstellen kann.

Fachmann

Wenn jedoch bis etwa zum vierten Lebensjahr des Kindes nicht klar erkennbar ist, welche Hand nun dominiert, ist es ratsam, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Dieser kann mithilfe von einem Test herausfinden, welche Hand nun die Führung übernimmt. Für das Kind ist es wichtig, noch vor Schulbeginn darüber Bescheid zu wissen.

Informationen, Rat und Hilfe gibt es beispielsweise bei der Ersten Deutschen Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder e. V. in München, Telefon 089-268614 oder unter www.linkshaender-ev.de.

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