Der Garten als Winterquartier

Draußen ist es bitterkalt – Wie verbringen die Tiere eigentlich den Winter und können wir ihnen helfen? Einige Tiere halten einen richtigen Winterschlaf, wie beispielsweise Feldhamster, Fledermäuse, Siebenschläfer, Igel oder auch Backenhörnchen. Dieser dauert mehrere Wochen, wobei sie diese Zeit in einem vor Frost geschützten Quartier verbringen. Meist sind dies Erdhöhlen oder dergleichen, die mit Blättern, Stroh oder auch Heu ausgepolstert werden. So können sie die kalte Jahreszeit, in der das Nahrungsangebot sehr beschränkt ist, sicher überstehen. Bei allen Winterschläfern verlangsamen sich in dieser Zeit der Herzschlag und auch die Atmung. So kann es sein, dass bei Tieren, die normalerweise einen Herzschlag von 450 Schlägen in der Minute haben, in dieser Zeit das Herz lediglich 20 bis 80 Mal in der Minute schlägt. Auch können Atempausen von bis zu 90 Minuten auftreten, wie bei Fledermäusen.

Symbolbild Winterquartier © Bildagentur PantherMedia Martina Berg

Symbolbild Winterquartier © Bildagentur PantherMedia Martina Berg

Allgemeines

Zusätzlich wird der gesamte Stoffwechsel stark zurückgefahren und die Körpertemperatur sinkt fast auf die Außentemperatur ab. So sinkt auch der Energieverbrauch der Tiere. Wenn allerdings eine gewisse Temperaturgrenze erreicht wird, tritt automatisch die körpereigene Wärmeregulation wieder in Kraft und schützt die Tiere so vor dem Erfrieren. Nur bei Fledermäusen funktioniert das nicht, so dass sie bei Temperaturen von weniger als vier Grad minus schnell erfrieren. Winterschlaf bedeutet nicht unbedingt, dass die Tiere in dieser Zeit nicht auch kurze Wachphasen haben, in denen sie aktiv sind. Hier nehmen sie beispielsweise Nahrung aus ihren Vorräten auf oder scheiden Kot und Urin aus.

Manche Tiere wiederum halten von Winterschlaf wenig und beschränken sich auf eine Art Winterruhe. Diese unterscheidet sich vom Winterschlaf dadurch, dass die Körpertemperatur in dieser Zeit nicht so stark absinkt wie die, der Winterschlaf haltenden Tiere. Außerdem sind „Winterruher“ öfter wach und begeben sich auf Nahrungssuche. Tiere, die den Winter in Winterruhe verbringen sind zum Beispiel das Eichhörnchen oder auch Braunbären.

Lebensraum

Im Grunde genommen benötigen die Gartenbewohner den Menschen nicht,  um sich ein Winterquartier zu suchen. Da jedoch der natürliche Lebensraum immer weiter eingeschränkt wird und verloren geht, kann jeder Gartenbesitzer im Herbst den Tieren eine Möglichkeit bieten, den Winter zu überleben und in Ruhe zu verbringen. Am Besten ist auch hier, den eigenen Garten naturnah zu gestalten und ihn nicht allzu sehr „aufzuräumen“. Lass abgeblühte und vertrocknete Blütenstände von Stauden oder auch Sonnenblumen über den Winter stehen. Diese bieten den Tieren auch im Winter ein reichliches Nahrungsangebot und die Raupen, Puppen und Eiern von Schmetterlingen können hier überwintern. Denn die Möglichkeit, den Tieren eine natürliche Umgebung und einen natürlichen Unterschlupf zu bieten, ist das Beste, was jeder Gartenbesitzer machen kann.

Ein Haufen aus Laub und Reisig bietet vielen Tieren einen Unterschlupf. Solche Winterquartiere solltest du in einer ruhigen und abgelegenen Ecke des Gartens anlegen. Viele Insekten, wie beispielsweise Marienkäfer, überwintern hier ebenso, wie Igel und Kröte. Auch bietet das Laub vieler Bäume, ausgenommen sind hier Walnuss und Eiche, da die enthaltene Gerbsäure unverträglich für viele Pflanzen sind, als Mulch unter Hecken ein ideales Winterquartier für zahlreiche Käfer, Würmer und Insekten. Trockenmauern oder Steinhaufen beherbergen nicht nur im Sommer zahlreiche Tieren, wie Blindschleichen, Echsen, Insekten und auch Igel und Kröten, sondern sind auch im Winter ein idealer Rückzugsort. Die Anlage von dichten Hecken, etwa aus Liguster oder Hainbuche, in ruhigen Teilen des Gartens, ist für zahlreiche Tiere als Winterquartier geeignet. Igel bauen sich darunter gerne ihre Verstecke und auch Vögel nutzen die dichten Äste und Zweige gerne zum Bau ihrer Winterresidenz. Für Insekten wie Mauerbienen und auch Schwebefliegen eignen sich Bündel aus Holunder, Stroh, Sommerflieder oder Bambus. Diese nicht zu fest zusammenbinden und in ruhige Bereiche des Gartens stellen, dort ziehen sie sich gerne zurück.

Aber auch selbst gebaute oder auch fertig gekaufte Überwinterungshilfen sichern dass Überleben vieler Tiere. So dienen Nistkästen vielen Insekten im Winter als Wohnung, ebenso wie Insektenhotels, die selbst gebaut oder auch fertig gekauft werden können. Für Igel werden im Handel fertige Igelhäuschen angeboten, die in ruhigen und abgelegenen Ecken aufgestellt und mit Laub oder Reisig bedecken werden sollten. Auch für Fledermäuse gibt es sogenannte Fledermauskästen im Handel. Hier ist wichtig, dass diese dunkel, ruhig und möglichst frostfrei aufgehängt werden. Ein umgedrehter Tontopf, gefüllt mit Stroh dient Ohrenkneifern nicht nur im Sommer als Unterschlupf, sondern bietet ihnen auch im Winter ein zu Hause.

Video – Winterquartier für Igel bauen

Manche Vögel, wie beispielsweise die Spatzen, Meisen und Buchfinken, bleiben auch im Winter in Deutschland. Jedoch gibt es sehr unterschiedliche Meinungen zum Thema Winterfütterung. Einerseits gewöhnen sich die Vögel sehr schnell an eine immer prall gefüllte Futterquelle, werden träge und gehen nicht mehr auf die Suche nach Nahrung. Andererseits finden sie bei dichter Schnee- oder Eisdecke kein Futter und vor allem in Großstädten kann das Nahrungsangebot sehr eingeschränkt sein. Vogelfreunde sollten in Maßen füttern und den Vögeln zwischendurch ein wenig Zeit lassen, um sich selbst nach Futter umzusehen. Verwendet werden können verschiedene Arten von Futter, denn jede Vogelart hat unterschiedliche Ansprüche. Meisen mögen recht fetthaltiges Futter, andere Arten wiederum erfreuen sich an einer Mischung aus Sonnenblumenkernen und anderen Samen und Kernen. Keinesfalls sollten Brot oder Küchenabfälle als Futter verwendet werden. 

 

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