Der Garten im Januar

Die Natur liegt größtenteils noch im Winterschlaf. Mancherorts bedeckt eine dicke Schneedecke Pflanzen und Boden und auch die Tierwelt ist wenig aktiv. Mitten im Winter gibt es trotz allem das ein oder andere, worüber sich Flora und Fauna freuen.

Symbolbild Wintergarten © Bildagentur PantherMedia redwine2001

Symbolbild Wintergarten © Bildagentur PantherMedia redwine2001

Ziergarten

Nun ist ein guter Zeitpunkt, um Kaltkeimer auszusäen. Hierzu gehören beispielsweise Enzian, Primel, Tränendes Herz, Eisenhut, Iris, Waldmeister, Bärlauch und viele anderer. Man erkennt sie meist an ihrer dickeren und härteren Samenschale. Diese Samen benötigen Temperaturen um 0°C, damit keimhemmende Stoffe abgebaut werden und keimfördernde Stoffe ihre Wirkung entfalten können. Die Samen werden am Besten in Saatschalen gesät, für 2- 4 Wochen bei ungefähr 20°C aufgestellt und gleichmäßig feucht gehalten. Im Anschluss die Saatschalen bei Temperaturen um -4 bis + 4 °C geschützt aufstellen und vor Fressfeinden schützen. Schnee auf den Saatschalen unterstützt die Keimung, da die dicken Samenschalen so besser aufbrechen können. Aber auch hier darauf achten, dass sich keine Staunässe bildet. Diese Strategie dient den Pflanzen dazu, nicht auszusterben. Die meisten Kaltkeimer bilden ihre Samen im Herbst. Würden die Samen bereits zu dieser Jahreszeit anfangen zu keimen, würden die kleinen Pflänzchen den Winter nicht überleben. Durch die Kältestratifikation, der Wechsel von warmer – kalter – warmer Phase, werden in der kalten Jahreszeit die keimhemmenden Stoffe abgebaut und die Keimung setzt erst mit beginn des Frühjahrs ein. Somit sichert die Pflanze das Überleben ihrer Nachkommen.

An frostfreien und trockenen Tagen freuen sich Nadelgehölze und Bäume über eine kleine Wassergabe. Auch andere Pflanzen, die ihr Laub nicht abwerfen, können an diesen Tagen ebenfalls leicht gegossen werden. Die meisten haben zwar gegen die Verdunstung über die Blattoberflächen Strategien entwickelt, wie beispielsweise der Rhododendron, der bei Sonneneinstrahlung die Blattoberfläche und somit die Verdunstungsfläche minimiert, indem er einfach die Blätter zigarrenförmig zusammenrollt. Dennoch hilft eine kleine Wassergabe an frostfreien Tagen den Pflanzen unbeschadet über den Winter zu kommen.

Trockene Tage können gut für den Winterschnitt von Ziergehölzen genutzt werden. Sie blühen dann üppiger und belohnen den Gartenbesitzer mit kompakterem Wuchs. Sommerblühende Sträucher und Bäume mit kugelförmigen Kronen, benötigen alle zwei bis drei Jahre einen Verjüngungsschnitt. Kletterpflanzen, wie zum Beispiel die Clematis sollten für eine üppige Blütenpracht jedes Jahr zurückgeschnitten werden. Bei den Ziergehölzen werden etwa 2/3 der älteren Haupttriebe direkt über dem Boden geschnitten. Diese sind meist an einer gefurchten und rauen Rinde zu erkennen. Auch nach innen wachsende Triebe werden eingekürzt.

Das Winterquartier der Kübelpflanzen weiterhin auf Krankheiten und Schädlingsbefall kontrollieren und die Pflanzen hin und wieder mäßig mit Wasser versorgen. Sollten die Pflanzen bereits jetzt anfangen auszutreiben, die Temperatur senken und für eine gute Durchlüftung sorgen.

Obst- und Gemüsegarten

Wer ein Gewächshaus oder ein Frühbeet besitzt, kann hier schon die ersten Samen aussäen. Geeignet sind einige Kohlarten, wie beispielsweise Spitz-, Weiß- und Rotkohl, Wirsing, Kohlrabi, Sommerlauch, Saatzwiebeln und einige Salatsorten. Spinat kann bereits jetzt ins Freiland gesät werden, die Saat jedoch vor Frost mit einem Vlies schützen.

Auch jetzt kann im Garten weiterhin geerntet werden. Grün- und Rosenkohl sind erntereif und benötigen Frost, um ihren guten Geschmack zu entfalten. Auch Lauch kann aus dem eigenen Garten frisch geerntet werden.

Auch im Obstgarten vertragen Obstbäume und Beerensträucher an milden Tagen einen Rückschnitt. Bei Roten Johannisbeeren und auch bei Stachelbeeren werden ungefähr 1/3 der fünf- bis sechsjährigen Triebe ausgelichtet, bei Schwarzen Johannisbeeren 1/3 der vierjährigen Äste.

Zimmergarten

Weiterhin auf eine hohe Luftfeuchtigkeit bei Zimmerpflanzen achten. Durch die trockene Heizungsluft trocknen die Blätter schneller aus. Schüsseln mit Wasser oder spezielle Behälter an Heizkörpern können hier Abhilfe schaffen.

Statistik

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Im gesamten Garten

Die Schneelast auf vielen Bäumen und Sträuchern ist sehr groß, so dass Äste brechen und die Pflanzen beschädigen können. Am Besten in regelmäßigen Abständen einen Kontrollgang machen und den Schnee vorsichtig entfernen.

Eine ständige Kontrolle der Vogelhäuschen und Futterplätze für Wildvögel ist wichtig. Wer frisches Futter anbietet, sollte hier besonders darauf achten, dass es nicht zu lange liegen bleibt. Ansonsten immer wieder von älteren Futterresten befreien und neues Futter einfüllen.

Jetzt herrscht noch Ruhe im Garten, dass Leben steckt mitten im Winterschlaf, doch schon bald erwacht es und der Garten blüht auf. Daher jetzt schon an die kommende Gartensaison denken und mit der Planung beginnen. Vielleicht soll ja ein Teil des Gartens oder ein Gartenbeet neu angelegt oder umgestaltet werden? Oder im Gemüsegarten sollen neue Arten gepflanzt werden? Wie wäre es denn mit alten und fast vergessenen, heimischen Gemüsesorten? Die kalte und ruhige Phase des Jahres eignet sich Bestens, um neue Pläne zu schmieden, einen Anbauplan für das Gemüsebeet zu erstellen oder aber auch, um in Katalogen und Büchern nach neuen Pflanzen und vergessenen Sorten zu stöbern.

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Über die Autorin ()

Petra Lentfer ist die „Kräuterhexe“ von GreenFamily.de. Sie ist Expertin für Garten- und Wildkräuterthemen, schreibt aber auch weitere Artikel.

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