Natürliche Geburt im Wasser

© Rafael Ben-Ari

© Rafael Ben-Ari

Das Wasser ist der Quell allen Lebens. Ihm sagt man heilende Wirkungen nach und für Lebewesen ist es existenziell. Im Mutterleib schwimmen wir neun Monate lang wohl aufgehoben im Wasser – vielleicht hat es gerade deshalb auch im späteren Leben eine so beruhigende Wirkung auf uns. Rund 5.000 Babys werden in Deutschland jedes Jahr unter Wasser geboren – eine Geburtsmethode, die keinesfalls neu ist.

Schon die Maori brachten ihre Babys in steinernen Wasserbecken auf die Welt. Die werdende Mutter fühlt sich im warmen Nass leichter. Viele Frauen empfinden das Wasser als angenehm und schmerzlindernd.

Dammverletzungen kommen bei Wassergeburten seltener vor und der Geburtsvorgang kann beschleunigt werden. Für das Baby stellt eine Wassergeburt einen besonders sanften Weg ins Leben dar.

Eine Wassergeburt kann im Krankenhaus, Geburtshaus oder zu Hause durchgeführt werden. Die meisten Kranken- und Geburtshäuser verfügen inzwischen über eine Geburtswanne. Diese ist besonders groß und mit Haltegriffen ausgestattet. Der Raum, in dem die Geburtswanne steht, ist warm, ebenso das Wasser. Ob eine Frau nackt oder doch lieber mit T-Shirt in die Wanne steigen will, bleibt ihr überlassen. Bei der Wassergeburt zu Hause, kann die eigene Badewanne genutzt oder ein sogenannter Geburtspool aufgebaut werden. Der Partner oder die Begleitperson sitzen in der Regel am Kopfende, in seltenen Fällen hinter der werdenden Mutter in der Geburtswanne.

Der Geburtsbeginn unterscheidet sich nicht von anderen Geburtsmethoden. Die Entbindende kann spazieren gehen, sich ausruhen, auf dem Gymnastikball sitzen, die ersten Wehen „veratmen“. Erst, wenn der Muttermund weit genug geöffnet ist und die Eröffnungsphase bevorsteht, kommt die Geburtswanne zum Einsatz.

Während der ganzen Geburt werden Wehentätigkeit und Herztöne – wie bei einer Geburt außerhalb der Wanne auch – mit einem Herz-Wehen-Schreiber aufgezeichnet. So kann die Hebamme beobachten, ob die Geburt voran geht und  es dem Baby dabei gut geht.

Ist das Baby geboren, kann es die Mutter selbst oder die Hebamme aus dem Wasser heben und auf die Brust der Mutter legen. Dort darf es einige Minuten liegen, was besonders wichtig für die Mutter-Kind-Beziehung, das Bonding, ist. Nun wird die Nabelschnur durchtrennt und das Baby von der Hebamme oder vom Kinderarzt versorgt. Die Mutter entscheidet selbst, ob sie die Nachgeburtsphase noch in der Wanne oder lieber auf dem Bett erleben möchte.

Eine Wassergeburt eignet sich für alle Frauen, die während der Schwangerschaft keine Komplikationen hatten und bei denen auch keine Komplikationen zu erwarten sind. Die Frau sollte sich gesundheitlich (sowohl physisch, wie auch psychisch) in einem stabilen Zustand befinden. Auch Frauen, die Zwillinge erwarten, bei der letzten Geburt einen Kaiserschnitt hatten oder deren Baby in Steißlage liegt, können unter bestimmten Umständen im Wasser entbinden. Was bei einer Wassergeburt nicht möglich ist, ist eine PDA (Präriduralanästhesie), die sich viele Frauen zur Schmerzlinderung wünschen.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Pin on PinterestShare on LinkedInEmail this to someone

Über die Autorin ()

Rebecca Schwab ist ausgebildete Online-Redakteurin, dreifache Mutter und Autorin von GreenFamily.de. Mit ihren Kindern und Hündin Bella lebt sie in Lübeck.

Kommentar verfassen