Der Schlüssel zum Glück

Erwachsene erinnern sich nicht an das, was sie als Kinder intuitiv wussten – das Spielen glücklich macht. Doch zahlreiche Studien bestätigen, dass auch im Erwachsenenalter das Spielen grundlegend ist für das Glück, die Charakterbildung und die Selbstverwirklichung.

Symbolbild Der Schlüssel zum Glück © Bildagentur PantherMedia ArturVerkhovetskiy

Symbolbild Der Schlüssel zum Glück © Bildagentur PantherMedia ArturVerkhovetskiy

Leider ist es tief in unser Bewusstsein gebrannt: Erwachsene sollen nicht spielen. Wir sind zu beschäftigt. Wir haben wichtige Dinge zu tun. Spielen ist für Kinder. Es stellt sich jedoch heraus, dass es nur wenige Dinge gibt, die für das Glück wichtiger sind als häufiges Spielen. Wie eine Studie des Forschers Alan Krueger von der Princeton University zeigt, sind wir Menschen am glücklichsten, wenn wir Freizeitaktivitäten betreiben. Warum also nicht mehr davon tun?

Wir Erwachsene sind daran gewohnt, in Parametern der Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Nutzen und Leistung zu denken. Wir leben in einer Kultur, die davon besessen ist, bei allem, was wir tun, ein äußeres Ergebnis zu erzielen. Spielen funktioniert nicht mit dieser Metrik. Es geht nicht um den Zweck, sondern um die Erfahrung. Dies hat das Spiel zu einem der letzten verbliebenen Tabus gemacht, eine irrationale Abweichung von der Erwerbsverpflichtung. Was uns jedoch nicht bewusst ist, ist, dass es genau das Fehlen eines quantifizierbaren Ergebnisses ist, das es dem Spiel ermöglicht, die menschlichen Kernbedürfnisse zu befriedigen und die authentische Person hinter den Masken von Beruf und Gesellschaft aufzudecken. Verspieltheit ist kein Charakterfehler, sie fördert die Charakterbildung und Entwicklung von sozialen Fähigkeiten, die uns über die Grenzen unserer Alltagswahrnehmung hinausführen.

Studien zeigen, dass das spielerische Aktivität mehr davon reflektiert, wer wir im Grunde wirklich sind, als die Arbeit, der wir nachgehen. Wenn Sie sich mit Aktivitäten „persönlichen Selbstausdrucks“ beschäftigen, die selbst gewählt sind und intrinsische Ziele widerspiegeln, operieren Sie vom „wahren Selbst“, sagt Alan Waterman vom College of New Jersey. Dies führt zu einer optimalen psychologischen Funktion (d.h. Glück). Spielgelehrter John Neulinger nannte passionierte Spieltätigkeiten nichts anderes als das „zentrale Lebensinteresse“.

Auch Spielen um Geld macht glücklich, wie eine Studie der Universität Hohenheim gezeigt hat. Zwar ist das Glücksspiel zweckorientiert insofern als es letzten Endes den Gewinn zum Ziel hat. Jedoch sind es die biochemischen Prozesse im Gehirn, die das Glücksgefühl insbesondere in dem Moment auslösen, wenn der Ausgang des Spiels noch unsicher ist und alle Möglichkeiten offen sind. Demnach ist auch das Spielen am Spielautomaten eine spielerische Aktivität, die nachweislich zum Glücksempfinden beiträgt.

„Erwachsene müssen spielen, weil ein großer Teil unseres Lebens zweckorientiert ist“, erklärt Catherine O’Keefe von der University of South Alabama. „Wir müssen uns wieder mit den Dingen unseres Lebens verbinden, die uns darin verankern, wer wir wirklich sind und warum wir unser Leben mögen.“ Je mehr wir in Aktivitäten, die wir gerne tun, absorbiert sind, desto glücklicher sind wir. Abraham Maslow und Mihaly Csikszentmihalyi haben die Kraft der vollen Einbeziehung in den Moment ermittelt, um optimale Erfahrungen zu produzieren. Maslow argumentierte, dass diese Momente der absoluten Präsenz Momente der Selbstverwirklichung sind, die vergleichbar mit Erfahrungen religiöser oder mystischer Art wären, die jedoch durch intensiv empfundene säkulare Erfahrungen ausgelöst wurden.

Über die Autorin ()

Kommentar verfassen