Die Wassergeburt: Der sanfte Weg ins Leben

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Das Wasser ist der Quell allen Lebens. Ihm sagt man heilende Wirkungen nach und für Lebewesen ist es existenziell. Im Mutterleib schwimmen wir neun Monate lang wohl aufgehoben im Wasser – vielleicht hat es gerade deshalb auch im späteren Leben eine so beruhigende Wirkung auf uns.

Symbolbild Die Wassergeburt Der sanfte Weg ins Leben © Bildagentur PantherMedia unamarina

Symbolbild Die Wassergeburt Der sanfte Weg ins Leben © Bildagentur PantherMedia unamarina

Rund 5.000 Babys werden in Deutschland jedes Jahr unter Wasser geboren – eine Geburtsmethode, die keinesfalls neu ist. Schon die Maori brachten ihre Babys in steinernen Wasserbecken auf die Welt. Die werdende Mutter fühlt sich im warmen Nass leichter. Viele Frauen empfinden das Wasser als angenehm und schmerzlindernd. Zahlreiche Frauen können im Wasser besser entspannen und haben das Gefühl, beschützt zu sein.

Die Geburt unter Wasser ist besonders sanft

Darüber hinaus kommen Dammverletzungen bei Wassergeburten nachweislich seltener vor und der Geburtsvorgang kann beschleunigt werden. Für das Baby stellt eine Wassergeburt einen besonders sanften Weg ins Leben dar, was sein „Ankommen“ in der Welt leichter machen kann.

Eine Wassergeburt kann im Krankenhaus, Geburtshaus oder zu Hause durchgeführt werden. Die meisten Kranken- und Geburtshäuser verfügen inzwischen über eine spezielle Geburtswanne. Diese ist besonders groß und mit Haltegriffen ausgestattet und haben eine integrierte Tür, die den Einstieg erleichtert. Der Raum, in dem die Geburtswanne steht, ist warm, ebenso das Wasser. Ob eine Frau nackt oder doch lieber mit T-Shirt in die Wanne steigen will, bleibt ihr überlassen. Auch ist es möglich, ein Handtuch über die Brust zu legen, wenn man sich damit vor dem anwesenden Arzt oder der Hebamme wohler fühlt.

Geburtspool im eigenen Wohnzimmer

Bei der Wassergeburt zu Hause, kann die eigene Badewanne genutzt oder ein sogenannter Geburtspool aufgebaut werden. Zweites bietet mit rund 400 Litern ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit und eignet sich daher besser, als eine kleinere Badewanne. Das Wasser wird mit einem Gartenschlauch vom Badezimmer aus in den Geburtspool geleitet und auf ähnlichem Wege nach der Geburt wieder abgepumpt und in der Toilette abgespült.

Der Partner oder die Begleitperson sitzen während einer Wassergeburt in der Regel am Kopfende oder neben der Gebärenden, in seltenen Fällen hinter der werdenden Mutter in der Geburtswanne. Werdende Väter, die während der Geburt mit in die Geburtswanne steigen wollen, können sich zu diesem Zweck eine Badewanne (und ein T-Shirt) mitnehmen.

Die Anfangsphase findet meist noch außerhalb der Wanne statt

Der Geburtsbeginn unterscheidet sich nicht von anderen Geburtsmethoden. Die Entbindende kann spazieren gehen, sich ausruhen, auf dem Gymnastikball sitzen, die ersten Wehen „veratmen“. Erst, wenn der Muttermund weit genug geöffnet ist und die Eröffnungsphase bevorsteht, kommt die Geburtswanne zum Einsatz. Die Hebamme lässt das warme Wasser ein und hilft der Gebärenden, sich in die Wanne zu setzen oder zu hocken und eine bequeme Position zu finden. Während der ganzen Geburt werden Wehentätigkeit und Herztöne – wie bei einer Geburt außerhalb der Wanne auch –mit einem Herz-Wehen-Schreiber aufgezeichnet. So kann die Hebamme beobachten, ob die Geburt vorangeht und ob es dem Baby dabei gut geht.

Bonding in der Badewanne

Ist das Baby geboren, kann es die Mutter selbst oder die Hebamme aus dem Wasser heben und auf die Brust der Mutter legen. Dort darf es einige Minuten liegen, was besonders wichtig für die Mutter-Kind-Beziehung, das Bonding, ist. Nun wird die Nabelschnur durchtrennt und das Baby von der Hebamme oder vom Kinderarzt versorgt. Die Mutter entscheidet selbst, ob sie die Nachgeburtsphase noch in der Wanne oder lieber auf dem Bett erleben möchte.

Eine Wassergeburt ist für (fast) alle Frauen geeignet

Eine Wassergeburt eignet sich für alle Frauen, die während der Schwangerschaft keine Komplikationen hatten und bei denen auch keine Komplikationen zu erwarten sind. Die Frau sollte sich gesundheitlich (sowohl physisch, wie auch psychisch) in einem stabilen Zustand befinden. Auch Frauen, die Zwillinge erwarten, bei der letzten Geburt einen Kaiserschnitt hatten oder deren Baby in Steißlage liegt, können unter bestimmten Umständen im Wasser entbinden. Was bei einer Wassergeburt nicht möglich ist, ist eine PDA (Präriduralanästhesie), die sich viele Frauen zur Schmerzlinderung wünschen. Wer sich für eine PDA entscheidet, kann nicht im Wasser entbinden.

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