Ein Hoch auf die Muttermilch

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Die weibliche Brust ist eine ungemein praktische Erfindung von Mutter Natur. Sie spendet Nahrung und Geborgenheit. Beim Stillen wird die Beziehung von Mutter und Kind gefestigt. Die Nähe und Wärme, der Herzschlag der Mutter und das Gefühl von völliger Zufriedenheit, welches dank der Hormonausschüttung nicht nur Babys, sondern auch stillende Mütter erfahren, machen das Stillen auch für die Seele so wertvoll.
Durch das Stillen bildet sich die Gebärmutter nachweislich schneller zurück und durch den erhöhten Kalorienbedarf purzeln die überschüssigen Schwangerschaftspfunde im Nu. Ein wahres Wunderwerk, das sich Mutter Natur da ausgedacht hat.

Symbolbild Ein Hoch auf die Muttermilch © Bildagentur PantherMedia Arne Trautmann

Symbolbild Ein Hoch auf die Muttermilch © Bildagentur PantherMedia Arne Trautmann

Das erste Anlegen – instinktiv sucht das Baby die Brust

Direkt nach der Geburt, noch im Kreißsaal, wird das Baby in der Regel zum ersten Mal angelegt. Instinktiv sucht es nach der Brust und beginnt zu saugen, sobald es die Brustwarze gefunden und im Mund hat. Das Saugen des Babys an der Brustwarze löst im Körper der Mutter automatisch eine Kette von Hormonen aus, die schließlich dafür sorgen, dass die Milch „einschießt“. Bei manchen Frauen tritt bereits während der Schwangerschaft etwas Muttermilch aus.

Die ersten Tage nach der Geburt gibt sich das Baby mit der zähflüssigen Vormilch – dem sogenannten Kolostrum – zufrieden. Einige Tage nach der Entbindung kommt er dann, der erwartete „Milcheinschuss“: Die Brüste werden prall, meist um ein bis zwei BH-Nummern größer, sie spannen und das Baby wird nun häufiger angelegt, um einen Milchstau zu vermeiden.

Unangenehm, aber anfangs häufig: Der Milchstau

Stillen ist eine Sache von Angebot und Nachfrage. Mutterbrust und Baby sind schon bald bestens aufeinander eingespielt. Als würde die Brust „ahnen“, dass das Baby gleich Hunger bekommt, stellt sie schon eine Portion bereit, ehe es weint. Manchmal sind Brüste aber auch etwas voreilig und produzieren neue Milch, während das Baby lieber noch schlafen will.

Die meisten frisch gebackenen Eltern sind froh, wenn ihr Baby schläft und wecken es nicht auf, wenn die Milch gerade eingeschossen ist. Gerade in der Anfangszeit führt das häufig zu einem Milchstau. Die Brust wird hart und heiß und reagiert unheimlich empfindlich auf Berührung. Manche Frauen bekommen zusätzlich Fieber oder Schüttelfrost und fühlen sich schlapp und kränklich.

Nun kann die Nachsorgehebamme oder eine Stillberaterin helfen. Durch sanftes ausstreichen der Brust mit gezielten Handgriffen und durch vermehrtes Anlegen des Babys, sowie Massagen und einfache Hausmittel, wie Quark-Wickel, kann der Milchstau wieder gelöst werden. Schon bald haben sich Mutter und Kind aufeinander abgestimmt und die Milch wird nach Bedarf produziert.

Eine Stillbeziehung braucht viel Geduld und Liebe

Kein Grund, gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Eine Stillbeziehung braucht gerade zu Beginn sehr viel Geduld und Liebe, um sich entwickeln zu können. Die Beratung durch eine Hebamme wird von der Krankenkasse übernommen. Wenn die Hebamme nicht weiterhelfen kann, ist der Gynäkologe ein möglicher Ansprechpartner.

Das hilft gegen entzündete Brustwarzen

Bereits während der Schwangerschaft verändern sich die Brustwarzen. Der Warzenvorhof wird größer und rund um die Brustwarze bilden sich kleine Drüsen, die ein schützendes Sekret abgeben. Zur Vorbereitung auf das Stillen können die Brustwarzen während der Schwangerschaft regelmäßig mit einem rauen Waschhandschuh abgerubbelt werden.

Trotz allen Vorsichtsmaßnahmen und Vorbereitungen kommt es aber dennoch vor, dass sich die Brustwarzen während der Stillzeit entzünden. Das kann sehr schmerzhaft sein und viele Frauen haben nun Angst, ihr Baby anzulegen. Hier hilft nun das Einreiben mit Wollfett und Muttermilch.

Stillhütchen aus Silikon können die Warzen entlasten. Diese gibt es in verschiedenen Größen – auch hier ist die Hebamme oder eine Stillberaterin die richtige Ansprechpartnerin, die beratend zur Seite und bei der Wahl des passenden Stillhütchens helfen kann.

Auch bei Stillbeschwerden weiterhin anlegen

Auch wenn es wehtut, das Baby sollte weiterhin regelmäßig angelegt werden. So gewöhnen sich die Brustwarzen nach und nach an die Strapazen und ein Milchstau wird vermieden. Schon nach wenigen Wochen haben sich die Brustwarzen für gewöhnlich an ihre neue und wertvolle Aufgabe gewöhnt und sind künftig weniger empfindlich. Selbst wenn das Baby die ersten Milchzähnchen bekommt, tut es beim Anlegen nicht mehr weh. Durchhalten lohnt sich.

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