Fleischlust ist Klimalast

Ein Wurstbrötchen zum Frühstück, Currywurst in der Mittagspause, Gulaschsuppe am Abend: Rund 60 Kilogramm Fleisch isst jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Das ist eindeutig zu viel, findet die Umweltschutzorganisation WWF, die zum Fleischkonsum in Deutschland der Studie „Fleisch frisst Land“, veröffentlicht hat.

Der Fleischkonsum wirkt sich negativ auf unsere Umwelt aus – Zeit für eine Klimadiät! Die Hälfte der Fleischmenge pro Person würde völlig ausreichen, verspricht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Weniger Fleisch, dafür in einer besseren Qualität, das könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. Schon heute wird weltweit ein Drittel der Fläche für die Fleischproduktion verwendet – teilweise als Weideland, teilweise zum Anbau von Futtermitteln, allein in Deutschland sind es etwa acht Hektar. Mit wachsender Bevölkerungszahl und wachsendem Fleischhunger wird auch diese Fläche in den kommenden Jahren wachsen.

Wälder werden gerodet, Tier- und Pflanzenarten bedroht und teilweise ausgerottet. Nicht nur unser eigenes Land zerstören wir mit unserem Fleischhunger – auch Länder, wie Südamerika bedrohen wir mit dem Import von Futtermitteln. „Mehr als drei Viertel der deutschen Soja-Einfuhren stammt aus Südamerika. Dort bedroht der Anbau inzwischen einmalige Ökoregionen, wie etwa die brasilianische Savanne, den Cerrado mit seinem enormen Artenreichtum“, so Tanja Dräger de Teran von WWF Deutschland. Weltweit verursacht der Nutztiersektor mehr Treibhausgase, als das Transportwesen, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen festgestellt hat. Besonders schlecht schnitten bei diesen Untersuchungen Rinder ab. Diese produzieren in ihren Mägen besonders viele Methangase, welche sie ausstoßen und damit das Klima belasten. Rund 112 Tonnen von diesem giftigen Stoff produzieren Rinder weltweit pro Jahr. Die Treibhauswirkung von Methan ist 23 Mal höher, als die von CO2.

Fazit: Wer das Klima schützen will, der achtet bewusst auf seinen Fleischkonsum und greift häufiger zu Obst und Gemüse als Alternative. Vor allem Produkte aus der Region, weisen eine wesentlich gesündere Klimabilanz auf – Bioprodukte noch einmal etwa zehn bis 20 Prozent weniger als konventionelle Produkte.

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Über die Autorin ()

Rebecca Schwab ist ausgebildete Online-Redakteurin, dreifache Mutter und Autorin von GreenFamily.de. Mit ihren Kindern und Hündin Bella lebt sie in Lübeck.

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