Guerilla Gardening: Der grüne Kampf

Wenn die Sonne untergeht, werden sie aktiv. Ihre Waffen: Schaufeln, Haken und Gießkannen. Ihre Munition: Samen und Setzlinge. Ihre Mission: Verwilderte Grünflächen in der Großstadt verschönern. Ihr Name: Guerilla Gärtner.

Symbolbild Guerilla Gardening pixabay.com

Symbolbild Guerilla Gardening pixabay.com

Brach liegende oder verwilderte Seitenstreifen, Verkehrsinseln oder Pflanzkübel gibt es in jeder Stadt zur Genüge. Ambitionierte Hobby-Gärtner ohne eigene Gärten ebenfalls. Treffen beide aufeinander, kann sich das Ergebnis sehen lassen! Wo am Abend zuvor noch vertrocknetes Unkraut wucherte, entfalten am nächsten Morgen prachtvolle Blumen ihre Blüten.

Ursprung im Mittelalter

Ohne offizielle Genehmigung und auf eigene Kosten treiben Guerilla Gärtner auf der ganzen Welt ihr (Un)wesen. Den Ursprung hat der grüne Trend bereits im Mittelalter. Zu dieser Zeit bepflanzten die Vorreiter der Bewegung aber nicht aus ethischen oder ideologischen Gründen, sondern um zu überleben und auch keine Zier- sondern Nutzpflanzen.

Heute wollen Guerilla Gärtner vor allen eins: Das triste Stadtbild verschönern und die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, dass die Welt nicht aus Beton ist und dass jede noch so kleine Ritze mit wenig Geld und wenig Aufwand begrünt werden kann.

Angriff der Saatbomben

Für schwer erreichbare Flächen haben die grünen Kämpfer „Saatbomben“ entwickelt. Über Zäune geworfene Erdballen, bestückt mit Blumensamen, entfalten dank Sonne und Regen nach kurzer Zeit ihre Kraft.

Wer eine verwilderte Fläche entdeckt und den Beschluss trifft, diese zu verschönern, sollte seine Tat gut planen. Robuste und wetterfeste Pflanzen eignen sich hierfür am besten. Neben den Pflanzen selbst wird allerlei Handwerkszeug benötigt: Schaufel, Hake, Gießkanne, Handschuhe, Gummistiefel, Müllsäcke, eventuell auch Blumenerde.

Bekennerschreiben

Damit der grüne Angriff auch als solcher erkannt und das neue Stadtgrün nicht als selbstverständlich angesehen wird, sollte zusätzlich ein Schild aufgestellt werden, auf dem ein paar Sätze zum Guerilla Gärtnern geschrieben stehen. Manche Guerilla Gärtner verteilen auch Flugblätter.

Inzwischen gibt es Firmen die sogenannte Saatbomben professionell vertreiben. Sie werden meist hübsch verpackt als Geschenk oder Mitbringsel angeboten. Wer mehr zum Thema erfahren will, ist auf der Internetseite des Londoner Guerilla Gärtners Richard Reynolds bestens aufgehoben.

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Über die Autorin ()

Rebecca Schwab ist ausgebildete Online-Redakteurin, dreifache Mutter und Autorin von GreenFamily.de. Mit ihren Kindern und Hündin Bella lebt sie in Lübeck.

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