Ich esse keine Tiere

Viele Kinder und Jugendliche entscheiden sich, auf Fleisch zu verzichten. Die Eltern, oft selbst keine Vegetarier, stehen dieser Entscheidung oft ratlos gegenüber und befürchten, dass ihre Kinder Mangelerscheinungen davontragen könnten. Die Anzahl von Menschen, die auf den Konsum von Fleisch und Fisch verzichten ist in Deutschland in den letzten Jahren rasant gewachsen und die Wirkung auf Kinder und Jugendliche ist mittlerweile umfassend erforscht.

Symbolbild Tiere © Bildagentur PantherMedia Tommy Alsén

Symbolbild Tiere © Bildagentur PantherMedia Tommy Alsén

Immer mehr Teenager werden Vegetarier

Nicht nur unter Erwachsenen, sondern auch bei Kindern ist der freiwillige Verzicht auf Fleisch weit verbreitet und hat in den letzten Jahren zugenommen. So ermittelte das Robert-Koch-Institut in einer Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland / Kiggs-Studie, dass sich etwa 3% der unter 18-Jährigen vegetarisch ernähren. Bei den Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren sind es sogar 6% die diese Ernährungsweise vorziehen.

Der freiwillige Verzicht auf Fleisch bei Kindern und Jugendlichen kann auf viele Gründe zurückgeführt werden und sollte durchaus ernst genommen werden. Doch gerade wenn die Eltern selbst die Argumentation ihrer Kinder nicht nachvollziehen können, entstehen nicht selten Konflikte.

Skeptische Eltern
Die meisten Eltern, die der Entscheidung ihres Kindes skeptisch gegenüber stehen, sehen die gesundheitlichen Aspekte im Vordergrund. Sie befürchten so, dass eine vollwertige Ernährung ohne Fleisch und Fisch nicht möglich sei. In den letzten Jahren hat sich die Forschung intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und zahlreiche Studien haben bewiesen, dass diese Befürchtungen in der Regel unbegründet sind.

Statistik

Statistik: Länder mit dem höchsten Anteil von Vegetariern an der Bevölkerung weltweit (Stand: 2016) | Statista
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Vollwertige Ernährung im Jugendalter

Gerade in der Phase der Kindheit und Jugend ist es wichtig, dass die Ernährung ausgewogen ist. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, dass Fleisch und Fisch dabei einen unverzichtbaren Anteil darstellen, sind Kinderärzte und Ernährungswissenschaftler heute jedoch der Meinung, dass auch eine vegetarische Ernährung vollwertig sein kann.

Besonders der erhöhte Eisenbedarf im Jugendalter wird häufig problematisiert, kann aber durchaus durch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und eisenreiche Gemüsesorten abgedeckt werden. Manche Lebensmittel, wie grüne Gemüsesorten, Hirse und Haferflocken enthalten so besonders viel Eisen und können den Bedarf durchaus abdecken.

Bei Problemen mit der Ernährungsumstellung des Kindes können auch Fleischersatzprodukte eine gute Alternative sein. Diese enthalten in der Regel wertvolle Nährstoffe und Vitamine und erleichtern es den Eltern, sich auf die neue Ernährungsweise einzulassen und für das Kind zu kochen.

Vegane Ernährung ist problematisch
Eine vegane Ernährung, also der Verzicht auf jegliche tierischen Produkte, ist hingegen problematisch. Von Seite der Experten wird von der veganen Ernährung im Kindes- und Jugendalter im Allgemeinen abgeraten. So weist auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) darauf hin, dass es hier zu einer unzureichenden Zufuhr mit Nährstoffen, wie Eisen, Proteinen und Jod kommen kann. Die Ernährung von Kindern ohne tierische Bestandteile kann gesundheitliche Folgeschäden verursachen, die nur durch die Zugaben von Supplementen verhindert werden kann. Entscheiden sich Kinder dazu, sich vegan zu ernähren, sollten die Eltern das Gespräch mit dem behandelten Kinderarzt suchen und gemeinsam mit dem Kind eine Lösung erarbeiten.
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