Meine ökorrekte Menstruation

Im Schnitt 16.800 Wegwerfbinden und -Tampons verwendet eine Frau in ihrem Leben und produziert damit einen erheblichen Müllberg, der unsere Umwelt belastet.

Ich möchte euch gerne auf fünf Alternativen aufmerksam machen, die nicht nur umweltfreundlicher, sondern zudem auch für den Körper verträglicher sind.

Wie Wegwerfprodukte die Umwelt belasten

Aufgrund der Plastikbestandteile brauchen Tampons und Binden bis zu 500 Jahre, um von der Natur abgebaut zu werden. Ist das nicht völlig wahnsinnig, wenn man überlegt, dass weltweit jährlich 45 Milliarden Tampons und Binden verbraucht werden?! Müllmengen, die unsere Umwelt belasten und ganz einfach vermieden werden könnten.

Warum Tampons der Gesundheit schaden können

Wir machen uns Gedanken über unser Essen, über Kleidung und Kosmetik. Doch kaum eine von uns kommt auf die Idee, die Inhaltsstoffe von Tampons zu studieren. Selbst wenn wir auf der Packung nachlesen, werden wir nicht wesentlich schlauer. Da Tampons zu „Bedarfsgegenständen“ gehören, gibt es hierfür keine Deklationspflicht. Auch gibt es kaum Untersuchungen zum Schadstoffgehalt von Tampons.

Annemarie Harant und Bettina Steinbrugger aus Wien wollten das nicht länger hinnehmen. „Es kann einfach nicht sein, dass keine Frau weiß, was in den Produkten drin ist“, hat Annemarie Harant ihre Idee erklärt, das Beratungsportal www.erdbeerwoche.com ins Leben zu rufen. Die beiden Frauen wollen das Tabuthema „Menstruation“ normalisieren und nachhaltige Hygieneprodukte bekannt machen.

Pestizide, Dioxin und Formaldehyd – all das kann in Tampons stecken. Da diese für gewöhnlich einige Stunden im Körper bleiben, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die giftigen Stoffe über die Schleimhäute aufgenommen werden und im Zweifel krank machen können.

Zudem trocknen Tampons schnell die empfindlichen Schleimhäute der Scheide aus und bringen deren natürlichen ph-Wert durcheinander. Nicht selten ist ein unangenehmer Scheidenpilz die Folge. Auch steigt durch die Verwendung von Tampons das Risiko einer Infektion. Sogar eine Eierstockentzündung kann durch den Gebrauch von Tampons ausgelöst werden.

5 Alternativen zu herkömmlichen Tampons und Binden

1. Menstrationstasse
Die Menstruationstasse (auch unter den Namen „Mondtasse“ und „Mooncup“ bekannt), findet immer mehr begeisterte Anhängerinnen.

Im Freundeskreis haben mir schon einige Frauen von ihren durchweg positiven Erfahrungen mit dem Silikonschälchen berichtet.

Das etwa 5 Zentimeter große, glockenförmige Gefäß wird in die Scheide eingeführt und verbleibt dort, bis es sich mit Blut gefüllt hat (oder man eben das nächste Mal zur Toilette muss).

Über der Toilette wird die Menstruationstasse ausgeleert. Anschließend wird sie unter klarem Wasser ausgespült und wieder eingesetzt.

Bis zu zehn Jahre soll eine Menstruationstasse übrigens halten. Detaillierte Infos zu dieser Alternative, gibt es im Artikel „Monatshygiene mit dem Mooncup“

2. Stoffbinden / -Slipeinlagen
Ähnlich, wie bei Einmalbinden, gibt es auch bei der Stoff-Alternative verschiedene Größen und Saugstärken.

Es gibt Stoffbinden ohne Flügel und solche mit Flügeln – die wiederum meist mit einem Druckknopf, selten mit Klett unter dem Höschen geschlossen werden können.

Es gibt Stoffbinden in verschiedenen Designs, von schlicht bis wild gemustert und auch in Bioqualität.

Nach dem Gebrauch werden die Binden kurz unter kaltem Wasser ausgespült und in der Waschmaschine bei 60 Grad gewaschen.

 

 

3. Levantinerschwämmchen
Die kleinen Naturschwämmchen werden wie Tampons benutzt, mit dem Unterschied, dass man sie nach dem Gebrauch nicht wegwirft, sondern auswäscht und einige Male wieder verwenden kann.

Sie stammen von der levantinischen Küste (daher der Name) und trocknen die Scheide nicht aus.

Es gibt die Schwämmchen in verschiedenen Größen – für unterschiedliche Blutungsstärken. Je nach Größe und Anbieter kosten die Schwämmchen zwischen vier und acht Euro.

4. Bio-Tampons und -Binden
Die Bio-Varianten der Wegwerftampons- und Binden enthalten kein Plastik, dafür Biobaumwolle, werden chlorfrei gebleicht und sind größtenteils oder sogar komplett abbaubar. Damit sind sie umweltfreundlicher, als die herkömmlichen Produkte.

Müll entsteht trotzdem (auch für die Verpackung) und durch die immer neue Produktion wird die Umwelt zusätzlich belastet.

5. Freie Menstruation
Bei der freien Menstruation wird auf Hygieneartikel komplett verzichtet. Ähnlich, wie Naturvölker es tun, wird das Menstruationsblut regelmäßig abgelassen (hierzulande über der Toilette, statt über einem Erdloch).

Wer seinen Körper aufmerksam beobachtet, lernt schnell, die Signale richtig zu deuten. Anders, als es viele vermuten, läuft das Menstruationsblut nicht durchgehend, sondern wird stoßweise ausgeschieden und kann (mit etwas Übung) kurze Zeit bewusst eingehalten werden.

In Büchern zu diesem Thema wird empfohlen, etwa stündlich, manchmal häufiger, auf Toilette zu gehen. Das ist in unserem modernen Alltag gar nicht immer machbar. Aber seinen Körper zu beobachten und die Blutung bewusst abzulassen, kann trotzdem hilfreich sein. Frauen, die „freie Menstruation“ praktizieren, haben meist weniger starke bis gar keine Bauchschmerzen.

Nicht nur für Anfänger ist es ratsam, eine Slipeinlage in die Unterhose zu legen, da immer ein paar Tröpfchen Blut in der Scheide verbleiben und in der Kleidung landen könnten.

 

 

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Über die Autorin ()

Rebecca Schwab ist ausgebildete Online-Redakteurin, dreifache Mutter und Autorin von GreenFamily.de. Mit ihren Kindern und Hündin Bella lebt sie in Lübeck.

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