So wirkt Akupunktur in der Schwangerschaft

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Eine der ältesten Teilgebiete der traditionellen chinesischen Medizin findet auch hierzulande immer mehr Anwender: Die Akupunktur. Während der Schwangerschaft kann sie Beschwerden lindern und die Geburtsvorbereitung unterstützen.

Symbolbild so wirkt Akupunktur in der Schwangerschaft Stillberatung © Bildagentur PantherMedia AndreyPopov

Symbolbild so wirkt Akupunktur in der Schwangerschaft© Bildagentur PantherMedia AndreyPopov

Bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus wusste man die heilende Wirkung der Nadeln einzusetzen. Im Westen galt Akupunktur lange als „Hokuspokus“ und Mediziner sprachen der Heilmethode allenfalls einen „Placebo-Effekt“ zu. Inzwischen ist wissenschaftlich belegt, dass das Einstechen in die Akupunkturpunkte des menschlichen Körpers positive Wirkungen auf Körper und Geist haben und sogar Schmerzen lindern können.

 

Krankenkassen und Ärzte erkennen die Methode an

In Deutschland werden Akupunktur-Behandlungen teilweise von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Längst haben auch Schulmediziner die heilende Kraft der Nadeln erkannt und raten zu dieser Behandlungsmethode. Gerade für Schwangere kann Akupunktur eine Alternative zu herkömmlichen Mitteln zur Schmerzminderung sein. Die dünnen Nadeln werden von ausgebildeten Fachleuten gezielt an bestimmten Punkten des Körpers sanft unter die Haut gestochen und verbleiben dort in der Regel für einige Minuten, selten über mehrere Tage. Mögliche Akupunkturpunkte sind am Ohr und an den Hand- und Fußflächen. Der kleine Piecks tut in der Regel nicht weh und wenn die Nadel erst einmal richtig sitzt, spürt man sie nicht mehr.

Ganz ohne Nebenwirkungen

Besonders interessant ist Akupunktur für werdende Mütter, die ihrem Baby zuliebe auf Medikamente verzichten müssen. Akupunktur bringt in der Regel keine Nebenwirkungen mit sich und ist völlig ungefährlich für das Ungeborene.

Viele Hebammen und einige Frauenärzte bieten Akupunktur inzwischen in ihrer Praxis, in einem Geburtshaus oder bei den Patienten zu Hause an und die meisten Krankenkassen übernehmen diese Zusatzleistung teilweise. Am besten vor dem Termin einmal bei der Krankenkasse nachfragen, welche Leistungen übernommen werden.

Eine echte All-Round-Waffe

Die dünnen Akupunktur-Nadeln helfen gegen die typischen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft, wie Übelkeit, Sodbrennen, Erbrechen, Kopf- und Rückenschmerzen. Aber auch, wenn während der Schwangerschaft Beschwerden wie Migräne oder Zahnschmerzen auftreten, kann Akupunktur Linderung verschaffen. Bei akuten Schmerzen ist die Behandlung einmal pro Woche ratsam. Auch gegen lästige Wassereinlagerungen, die in der Schwangerschaft vermehrt vorkommen können, kann gezielte Akupunktur hilfreich sein. Welchen Erfolg die Behandlung letztlich hat, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Manche Frauen fühlen sich bereits nach der ersten Behandlung besser, bei anderen dauert der Erfolg etwas länger oder stellt sich gar nicht ein. Da die Behandlung keine Nebenwirkungen mit sich bringt, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert – gerade während der Schwangerschaft, wenn die Alternativen begrenzt sind.

Geburtsvorbereitung mit Akupunktur

Auch zur Geburtsvorbereitung wird Akupunktur immer häufiger eingesetzt. Bereits jede dritte werdende Mutter vertraut auf die positive Wirkung der Nadeln. Laut einer Studie der Uni Mannheim soll die Geburtsdauer von Erstgebärenden durch gezielte Akupunktur während der Schwangerschaft von zehn auf acht Stunden verkürzt werden. Eine Aussicht, dass viele Schwangere überzeugt.

Erklären lässt sich dieser mögliche positive Effekt durch eine schnellere Reifung des Gebärmutterhalses (Cervix) und eine gezieltere Wehentätigkeit während der Eröffnungsphase. Zudem empfindet die Frau die Geburtswehen als weniger schmerzhaft und kann sich dadurch besser auf die Geburt einlassen. Auch kann Unruhe durch Akupunktur gelindert werden. Gerade gegen Ende der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Schlafstörungen und Ängsten vor der bevorstehenden Geburt. Gezielte Akupunktur kann ein wirkungsvolles Mittel zur Entspannung sein.

Auch während der Geburt können von einer erfahrenen Hebamme Akupunkturnadeln gesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und den Verlauf positiv zu beeinflussen.

Geburtsverkürzende Wirkung

Wer Angst hat, die feinen Nadeln könnten während der Schwangerschaft negative Auswirkungen haben, kann beruhigt sein: Die geburtsverkürzende Wirkung, welche die Akupunktur haben kann, wird erst ausgelöst, wenn der Körper der werdenden Mutter für die Geburt reif ist. Die Behandlung hat keinen Einfluss auf den Geburtstermin und führt nicht zu vorzeitigen Wehen oder einer Frühgeburt. Die geburtsvorbereitende Akupunktur beginnt in der 36. Schwangerschaftswoche und bis zum Entbindungstermin finden in der Regel wöchentliche Sitzungen von etwa 20 bis 30 Minuten statt.

Alternativ zur Akupunktur kann die Akupressur eine wirkungsvolle Behandlungsmethode in der Schwangerschaft sein. Dabei werden gewisse Punkte des Körpers nicht mit Nadeln stimuliert, sondern durch Fingerdruck.

 

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