Zeit für Dankbarkeit

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Haben wir verlernt, dankbar zu sein? Es ist hierzulande für viele selbstverständlich, gesund zu sein, ein Dach über dem Kopf und einen vollen Kühlschrank zu haben, die Kinder in die Schule schicken zu können und im Krankheitsfall medizinische Versorgung zu bekommen.

Symbolbild Zeit für Dankbarkeit © Bildagentur PantherMedia shmeljov

Symbolbild Zeit für Dankbarkeit © Bildagentur PantherMedia shmeljov

Wir haben alles und wir wollen noch mehr: ein tolles Auto, Fernreisen, Designerkleidung, schick essen gehen, das neuste Smartphone in der Tasche. Wir kriegen den Hals nicht voll und sind ständig unzufrieden. Anstatt dankbar zu sein für das, was wir haben, sehen wir nur, was uns noch fehlt.

Am Ende werden wir nichts mitnehmen

Wir arbeiten hart, um uns noch mehr Luxus finanzieren zu können oder wir leben direkt auf Pump. Wir vergleichen uns mit Anderen – mit Kollegen, mit Nachbarn, mit Bekannten und Freunden auf sozialen Plattformen. Ein ewiger Kreislauf, doch am Ende werden wir diese Welt verlassen und wir werden nichts mitnehmen von all dem Hab und Gut, das wir uns zu Lebzeiten angeschafft haben. Vielleicht werden wir ein paar Erben damit eine Freude bereiten. Doch ist es das wirklich wert?

Bewusst machen, was man hat – nicht, was man nicht hat

Gestern habe ich eine traurige Nachricht erhalten. Das Baby einer Freundin ist in der 39. Schwangerschaftswoche gestorben. Ich war zutiefst erschüttert, genau wie meine Kinder. Wir haben uns fest in den Arm genommen und geweint. In diesem Moment war ich von Herzen dankbar.

Ich habe drei gesunde, wundervolle Kinder und ich selbst bin gesund. Wir leben in einer schönen, wenn auch kleinen Wohnung in einem Land, in dem es keinen Krieg gibt, keine Hungersnot und keine Naturkatastrophen. Jeden Tag dürfen meine Kinder kostenlos in die Schule gehen – und egal, wie sehr mich persönlich das Schulsystem manchmal nervt und wie wenig die Kinder Lust auf Hausaufgaben haben – es ist ein Privileg.

Nicht alles ist gut, aber wir haben uns

Wir nagen am Existenzminimum und als alleinerziehende Mutter habe ich sicherlich nicht das einfachste Leben. Viele Wünsche meiner Kinder kann ich nicht erfüllen und wann wir uns das nächste Mal einen Urlaub leisten können, steht in den Sternen.

Ich weiß momentan nicht einmal, wie ich mein Auto durch den nächsten TüV bringen soll. Oft liege ich abends wach im Bett und die Gedanken kreisen. Existenzängste quälen mich. Doch wie nichtig sind diese Sorgen in Wahrheit? Worüber denke ich da eigentlich nach? Am Ende zählen doch ganz andere Dinge.

Was macht eine glückliche Kindheit aus?

Eine glückliche Kindheit ist nicht geprägt vom teuersten Kinderwagen und Markenkleidung. Kinder haben Bedürfnisse, die wir Eltern ohne finanziellen Aufwand erfüllen können. Sie brauchen Liebe, Nähe, Geborgenheit, Sicherheit und Qualitäts-Zeit. Was sie auch brauchen sind glückliche Eltern. Eltern, die zufrieden sind, mit dem was sie haben und sich nicht jeden Tag aufs Neue quälen, um nach außen hin mit Anderen mithalten zu können (und am Ende des Tages doch erschöpft und unglücklich sind).

Wir Eltern sind Vorbilder für unsere Kinder. Wir sollten dankbar sein, achtsam, das Selbstbewusstsein unserer Kinder stärken und ihnen Werte vermitteln, die sie zu glücklichen Erwachsenen machen.

Buch-Tipp zu diesem Thema:

„Was unsere Kinder brauchen: 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung“, Katharina Saalfrank, GU-Verlag, ca. 20 Euro

Klappentext:

In diesem GU-Ratgeber stellt sich die bekannte Pädagogin Katharina Saalfrank an die Seite der Eltern! So bestärkt sie Eltern und erläutert gleichzeitig, was Kinder brauchen, um zu angstfreien, selbstbewussten und glücklichen Erwachsenen aufzuwachsen. Frau Saalfrank arbeitet bindungs- und beziehungsorientiert und stellt vor allem die konstruktive Beziehung zwischen Eltern und Kindern, sowie die emotionalen Entwicklungsprozesse der Kinder in den Mittelpunkt.

So hat Sie bereits hunderte Eltern mit ihren Kindern durch schwierige Situationen begleitet – ob während ihres Studiums, in ihrer Zeit als TV-Coach oder in ihrer therapeutischen Praxis. Sie erfahren, wie Sie zu Ihren Kindern eine gute, wertschätzende und gleichwertige Beziehung aufbauen können, die eine herkömmliche Erziehung überflüssig macht: Verantwortung statt Bewertung, Achtsamkeit statt Strafe, Vertrauen statt Kontrolle, Dialog statt Monolog lauten einige der Werte.

Sie finden in diesem Buch zahlreiche realistische Situationen, in denen Sie sich mit Ihren Kindern wiedererkennen werden – aber auch viele praktische Tipps, um diese Werte gemeinsam im Alltag zu leben.“

Dankbarkeit üben – mit einem Dankbarkeits-Buch/ Glücks-Tagebuch

Wer manchmal vergisst, dass oder wofür er eigentlich dankbar ist, kann sich daran täglich erinnern. Ein kleines Notizbuch, in dem jeden Tag am Abend notiert wird, wofür man an diesem Tag besonders dankbar war, ist ein schöner Helfer. Wer ein Glücks-Tagebuch verschenken möchte, sollte sich diese besonders liebevoll gestaltete Ausgabe ansehen:

„Danke für jeden Tag – mein Eintragbuch“, Coppenrath 2016, 112 Seiten, Taschenbuch-Format, ca. 9 Euro

Klappentext:

Dankbare Menschen sind glücklicher, zuversichtlicher und achtsamer – sie schlafen besser, fühlen sich wohler und haben wesentlich mehr Freude am Leben als ihre Mitmenschen. Was nach einer Geheimformel klingt, ist eigentlich ganz einfach: Es reicht aus, ein paar Mal am Tag innezuhalten und diesem Gefühl nachzuspüren. Dieses Buch hilft, Dankbarkeit zu lernen, sie festzuhalten und dadurch zufriedener mit sich, seinem Leben und dem Alltag zu werden.“

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