Morgens wie ein König…

Ernährung nach den 5 Elementen
Die chinesische Ernährungslehre basiert auf einem jahrtausendealten Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie ist – neben der Kräuterheilkunde, Akupunktur, Tuina-Massage und Qi Gong – eine Säule der TCM.

Symbolbild Morgens wie ein König © Bildagentur PantherMedia lightsource

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Die 5 Elemente der Ernährung

Wer zum ersten Mal mit der Ernährung nach den 5 Elementen in Berührung kommt, könnte den Eindruck gewinnen, dass diese Ernährungslehre nur etwas für Asiaten ist. Doch der Eindruck irrt: dieser Erfahrungsschatz kann auch auf unsere Lebensweise übertragen werden.
Auch unsere Nahrungsmittel sind in die 5 Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) einzuordnen und besitzen thermische Eigenschaften. Dieses Wissen ist in der westlichen Welt in Vergessenheit geraten, denn bereits Hildegard von Bingen wusste um die Wirkung der Lebensmittel als Heilmittel und deren energetischen Qualitäten.

Die Ernährung bringt das Qi in einen harmonischen Fluß

Aus Sicht der TCM ist die Nahrungsaufnahme – neben der Atmung – die wichtigste Energiequelle des Menschen.Die Ernährung spiegelt die Verbundenheit des Menschen unter anderem mit den Jahreszeiten, dem Klima und der Natur wieder. Alles unterliegt einem Wandlungsprozeß und die Nahrung passt sich diesem an. Ist im menschlichen Organismus genügend Qi (Lebensenergie/Lebenskraft) in einem harmonischen Fluß, dass heißt ein ausgewogenes Qi vorhanden, entspricht das der Vorstellung von Gesundheit. Beschwerden und Erkrankungen entstehen somit bei einem Ungleichgewicht von Qi.
Innerhalb der TCM differenziert man die Ernährung nach den Kategorien Präventiv- und Heildiätetik. Erstere richtet sich an den gesunden Menschen, gegebenenfalls unter Berücksichtigung seiner individuellen Konstitution. Zweitere wird auf ein individuelles Disharmoniemuster abgestimmt und ist eine Therapiemethode.

Somit ist das Ziel dieser Ernährungslehre, das körperlich-seelische Gleichgewicht eines Menschen zu erhalten (präventiv) beziehungsweise wieder in Einklang zu bringen.

Die westliche Betrachtungsweise der Ernährung

Westlich denkende Menschen die gewohnt sind, ihre Nahrungsmittel nach Vitaminen, Fetten, Kohlehydraten, Mineralstoffen, Eiweiß und dergleichen, aufzuspalten, müssen sich von dieser Betrachtungsweise lösen. Denn hier geht es um die Entwicklung eines tieferen Verständnisses der Wirkung unserer Lebensmittel auf den menschlichen Organsimus. Jedes Nahrungsmittel kann, mit Ausnahme von denaturierter Nahrung, medizinisch eingesetzt werden. Denaturierte Nahrungsmittel gelten als Qi-schwach oder Qi-los und werden damit als energetisch minderwertig eingestuft. Zudem benötigt der Körper für deren Verdauung viel mehr Energie, als er daraus gewinnt.

Stoffliche Bestandteile spielen in der TCM keine Rolle, hier werden Nahrungsmittel nach anderen Kriterien eingeteilt:

 nach einem bestimmten Geschmack (süß, sauer, bitter, salzig, scharf)

 nach einer bestimmten thermischen Eigenschaft (kalt, erfrischend, neutral, wärmend, heiß)

 nach einer bestimmten Wirkungsrichtung (oben, unten, außen, innen)

 nach einem bestimmten Funktionsbezug (Milz/Magen, Lunge/Dickdarm, Niere/Blase, Leber/ Gallenblase, Herz/Dünndarm)

Die Wandlungsphasen der Elemente

Zur Verdeutlichung soll exemplarisch die Wandlungsphase Erde erläutert werden. Jedem der Fünf Elemente wird ein Geschmack zugeordnet. Der Wandlungsphase Erde wird der süße Geschmack zugeteilt. Damit begründet sich auch die Wirkung des süßen Geschmacks auf die Zang-Fu Organe Milz und Magen, die ebenso dem Element Erde angehören. Bereits in dem Klassiker der traditionellen chinesischen Medizin „Nei Jing“ heißt es: „…süß reist in die Milz,..“.
Dem süßen Geschmack des Erd-Elements wird unter anderem eine befeuchtende Wirkung zugeschrieben. Er wirkt zudem entspannend (löst innere Anspannung), ausgleichend (stabilisiert innere Mitte) und kräftigend (Schwächezustände). Dies ist auch der Grund warum viele Menschen bei starker körperlicher und seelischer Beanspruchung ein Verlangen nach Süßem entwickeln. Jedoch versteht man in der chinesischen Ernährungslehre unter dem Geschmack süß etwas anderes als beispielsweise der Griff zu Schokolade. Unter diesen Begriff fallen Lebensmittel wie reifes Obst, orangefarbenes Gemüse oder Getreide. Getreidesorten wie Hirse, Polenta und Süßreis stellen einen wichtigen Lieferanten für den süßen Geschmack dar. Auch kann sich ein Übermaß an Nahrungsmitteln mit süßem Geschmack schädigend auf den Organismus auswirken, beispielsweise wäre eine geschwächte Milz die Folge.
Der Wandlungsphase Erde wird die fünfte Jahreszeit – der Spätsommer – zugeordnet. Hier spiegelt sich die Verbundenheit der 5 Elemente Küche mit den Zyklus der Jahreszeiten wieder. Der Spätsommer bietet reifes Obst wie z.B. Äpfel, Trauben und Birnen zum Verzehr, aber auch Gemüse wie Kürbis und Maiskolben an. Sich prinzipiell am Saisonkalender zu orientieren und aus diesem Angebot auszuwählen ist aus Sicht der TCM vorteilhaft, um Witterungseinflüsse zu kompensieren und Krankheiten vorzubeugen.

Berücksichtigung von Geschmack und thermischen Eigenschaften

Neben dem regionalen jahreszeitlichen Angebot wird in der 5 Elemente Küche auch der Geschmack und die thermische Eigenschaft eines Nahrungsmittels berücksichtigt. Beispielsweise wirken thermisch kalteNahrungsmittel wie Joghurt, Tomate, Gurke, Wassermelone, Banane, Mineralwasser erfrischend auf den Körper und werden deshalb bevorzugt bei warmen Temperaturen genossen. Ein übermäßiger Verzehr kalter Nahrung kann den Körper aber abkühlen und zum Beispiel die Verdauung schwächen. Daher sollten sie nur in kleinen Mengen, bevorzugt in einer warmen Jahreszeit, konsumiert werden.
Dagegen werden thermisch heiße Nahrungsmittel wie Zimt, Nelke, getrockneter Ingwer aber auch hochprozentiger Alkohol bevorzugt in der kalten Jahreszeit eingesetzt. Mit zunehmender Kälte nimmt der Appetit auf üppige Mahlzeiten und Kraftsuppen zu. Ein übermäßiger Verzehr von thermisch heißen Nahrungsmitteln kann allerdings austrocknend wirken. Deshalb sollten diese Nahrungsmittel generell sparsam verwendet werden .

Hinweis
Die wichtigste Quelle unserer Lebensenergie sind die thermisch neutralen Nahrungsmittel wie beispielsweise Karotte, Kartoffel, Kohlrabi, Zwetschge und Waldpilz. Sie sollten den größten Teil unsere Nahrung stellen, da sie sich ausgewogen und harmonisch verhalten und sowohl bei Hitze als auch bei Kälte eingesetzt werden können.

Der Vollständigkeit halber sollte an dieser Stelle erwähnt werden, daß sich das Temperaturverhalten eines Nahrungsmittels durch die Zubereitungsart verändern kann. Damit hat nicht nur die Zutat, sondern auch die Art der Zubereitung einen Einfluß auf den energetischen Zustand unserer Mahlzeit. Kocht man beispielsweise die thermisch kalte Tomate verringert sich dadurch ihre abkühlende Wirkung.

Kochen in der chinesischen Ernährungslehre

In der chinesischen Ernährungslehre spielt das Kochen eine große Rolle. Zum einen werden warme, gekochte Mahlzeiten empfohlen und von zu viel Rohkost abgeraten. Zum anderen werden zwei Arten der Zubereitung unterscheiden: YINisierende – erfrischende Kochmethoden und Yangisierend –  erwärmende Kochmethoden. Unter diese beiden Zubereitungsarten fallen in der chinesischen Küche weit über 50 verschiedene Zubereitungsformen.

Das Kochen mit allen 5 Wandlungsphasen

Für eine harmonische Ausgewogenheit der fünf Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit sorgt das Kochen mit allen 5 Wandlungsphasen. Der Grundgedanke ist dabei, alle Fünf Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) in einer Mahlzeit zu vereinen. Dadurch ist die Mahlzeit harmonisch und bekömmlicher, denn es vereint ja auch alle fünf Geschmacksrichtungen in sich. Anfänger der 5 Elemente Küche dient zur schnellen Einordnung der Zutaten eine Nahrungsmitteltabelle. In dieser befinden sich die wichtigsten Nahrungsmittel sortiert nach Elementezugehörigkeit und Thermik.
Das Zubereiten der Speisen im Zyklus der fünf Wandlungsphasen – Kochen im Kreis – resultiert daraus. So wie alles in der Natur einem Kreislauf folgt, werden die einzelnen Zutaten entsprechend ihrer zugehörigen Wandlungsphase eingeordnet und in den Kochvorgang eingebunden. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Element man beginnt, jedoch sollten alle weitere Zutaten dem Zyklus folgend zugefügt werden. Um eine Fortführung des Fütterungs-Zyklus zu ermöglichen, kann es passieren, dass seltsam anmutende Zutaten in unserem Kochtopf verschwinden. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn dies kann sich geschmacklich überraschend positiv auswirken.
In der chinesischen Ernährungslehre spielen jedoch nicht nur die Nahrungsmittel eine Rolle. Auch wie diese aufgenommen und verwertet werden ist dabei von Bedeutung. Daraus resultieren allgemeine Empfehlungen, unter denen gegessen beziehungsweise lieber nicht gegessen werden sollte. Viele dieser Regeln sind auch im westlichen Denken verankert, beispielsweise gilt auch hier: Esse morgens wie ein König, mittags wie ein Kaufmann und abends wie ein Bettelmann.

Zur Ernährung nach den 5 – Elementen passt sehr gut 5 Elemente Gewürzsalz Bio

Produktbeschreibung

Dieses Gewürzsalz beinhaltet alle 5-Wandlungsphasen der 5 Elemente Ernährung: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Die Kräuter und Gewürze sind aus kontr. biol. Anbau mit kristallinem Speisesalz aus der Region des Himalaya. Inhalt: Streudose 150 g. Zutaten: Salz, Petersilie, Sellerie, Fenchel, Kurkuma, Bockshornklee, Knoblauch- und Zwiebelpulver, Paprika, Ingwer, Bohnenkraut, Zitronenschale, Süßholz, Meeresalge.

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