Stillen in der Schwangerschaft

Als Judith mit ihrem Sohn Silas schwanger wird, ist Töchterchen Noemi gerade vier Monate alt. Sie entscheidet sich dafür, trotz Schwangerschaft zu stillen. GreenFamily erzählt sie von ihren Erfahrungen…

Symbolbild Stillen in der Schwangerschaft © Bildagentur PantherMedia photobac

Symbolbild Stillen in der Schwangerschaft © Bildagentur PantherMedia photobac

Zugegeben, geplant war die zweite Schwangerschaft so schnell nicht. Ich stillte Noemi voll und hatte seit der Geburt keine Periodenblutungen bekommen. Vielleicht waren Thomas und ich etwas naiv, zu glauben, dass ich zu dieser Zeit nicht fruchtbar war. Umso überraschter waren wir, als mein Frauenarzt bei einer Routineuntersuchung die Schwangerschaft feststellte. Natürlich freuten wir uns trotzdem. Ein kurzer Altersunterschied kann schließlich auch viele Vorteile haben. Was mich in erster Linie verunsicherte, war allerdings die Frage, ob ich Noemi nun noch stillen könnte. Ich rief meine Hebamme an und wir trafen uns, um das Thema ausführlich zu besprechen.

Sie erzählte mir, dass es grundsätzlich möglich sei, während einer Schwangerschaft zu stillen. Ich müsse mich allerdings besonders gesund ernähren und eventuell auch etwas mehr essen, um den erhöhten Vitamin- und Kalorienbedarf von uns dreien zu decken. Sollte ich Mangelerscheinungen bekommen, könnte mir mein Frauenarzt Vitaminpräparate verordnen. (Dazu kam es jedoch nie.)

STILLEN IN DER SCHWANGERSCHAFT

Wenn du während der Stillzeit erneut schwanger wirst, solltest du mit deinem Frauenarzt über mögliche Risiken sprechen. Die Stimulierung der Brustwarzen kann vorzeitige Wehen anregen. Frauen, die bereits Fehl- oder Frühgeburten erlebt haben und andere Risikopatientinnen sollten lieber abstillen…

Wunde Brustwarzen

Da ich keine Risikopatientin war, weder Blutungen hatte noch an Gewicht verlor (dann sollte eine Schwangere lieber abstillen), durfte ich also weitermachen, wie bisher. Womit ich nicht gerechnet hatte, waren jedoch die plötzlich wund werdenden Brustwarzen. Diese wurden offenbar durch die Hormonumstellung verursacht, wie meine Hebamme vermutete. Das Stillen tat oft richtig weh und manchmal war ich kurz vor dem Aufgeben. Doch nach zwei Monaten hatte der Spuk ein Ende. Wollfett und Kamillenwickel hatten mir gut geholfen, die Entzündung zu lindern.

Der Geschmack der Muttermilch

Meine Hebamme hatte mich vorgewarnt, dass sich der Geschmack der Muttermilch während der Schwangerschaft verändert. Viele Babys würden sich vor der Geburt selbst abstillen, weil ihnen die Milch nicht mehr schmeckt. In einer Studie im Internet hatte ich gelesen, dass es tatsächlich mehr als 60 Prozent aller Babys sind. Noemi gehörte nicht dazu. Ihr schmeckte die Milch noch immer.

Abstillen vor der Geburt

Als der Bauch rund wurde, fiel es mir oft schwer, Noemi wie gewohnt anzulegen. Sie war inzwischen ebenfalls gewachsen und meistens stillte ich sie nun nur noch im Liegen. Gegen Ende der Schwangerschaft begannen wir mit Beikost. Noemi nahm den ersten Brei dankbar an und bis zur Geburt von Silas war sie schon ein kleiner Profi, futterte ganze Portionen auf. Kurz vor der Geburt pumpte ich einen Muttermilchvorrat ab. Ich wusste, dass ich einige Tage im Krankenhaus bleiben würde. Noemi sollte mit ihrem Papa zu Hause bleiben. Das klappte auch wunderbar. In dieser Zeit gewöhnte sich unsere Kleine an das Fläschchen und als ich mit Silas aus dem Krankenhaus wieder nach Hause kam, fütterten wir sie neben Brei hauptsächlich mit Babymilch. Ich stillte Silas von Anfang an voll und Noemi kam in unserem Familienbett manchmal noch in der Nacht an die Brust. Aber ich glaube, es ging ihr viel mehr um die Nähe zu mir, als um die Milch.

Fazit

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf. Ich würde mich auf jeden Fall wieder dazu entscheiden, während der Schwangerschaft zu stillen. Nur das Tandemstillen nach der Geburt wäre mir zu anstrengend geworden…

 

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