Jede Frau hat Das Recht auf eine Stillberatung

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Der Anblick von stillenden Müttern in der Öffentlichkeit ist längst keine Seltenheit mehr. Doch den meisten Müttern fehlt wichtiges Wissen um das Stillen. So wird oft nach kurzer Zeit schon abgestillt. Über den Nutzen der Muttermilch und Möglichkeiten der Stillberatung.

 

Symbolbild Jede Frau hat Das Recht auf eine Stillberatung © Bildagentur PantherMedia Craig Robinson

Symbolbild Jede Frau hat Das Recht auf eine Stillberatung © Bildagentur PantherMedia Craig Robinson

Eine Stillbeziehung braucht gerade zu Beginn sehr viel Geduld und Liebe, um wachsen zu können. Frauen, die sich für das Stillen entscheiden, müssen damit rechnen, dass nicht von Anfang an alles super klappt. Mit ein paar Tricks und einer fachkundigen Begleitung, durch eine Hebamme oder Stillberaterin, gelingt der Start.

 

Muttermilch ist die gesündeste Nahrungsquelle

 

Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten eines Säuglings die gesündeste Nahrungsquelle. Das ist in zahlreichen Studien und Untersuchungen längst bewiesen. Wertvolle Abwehrstoffe zur Vorbeugung von Krankheiten und Allergien stecken in ihr.

Längst ist die stillende Frau auch in Deutschland kein seltener Anblick mehr. Selbst in der Öffentlichkeit trifft man immer häufiger selbstbewusste, stillende Mütter an – eine positive Entwicklung, die auch in den sozialen Medien Zuspruch findet.

 

Die Industrie hat sich mit dem Thema Stillen eingängig befasst und von Stillkissen, Stillhütchen, speziellen BHs und Still-Mode über Milchpumpen, Fußschemel, bis hin zu Stilleinlagen alles entwickelt und erfunden, was das Stillen für Mutter und Kind angenehmer macht.

 

“Mütter wissen nicht mehr, wie Stillen funktioniert”

 

Doch obwohl die Stillende in Deutschland längst integriert zu sein scheint, wechseln die meisten Mütter bereits nach wenigen Wochen von Muttermilch auf Fertignahrung aus dem Fläschchen. Sie scheinen verunsichert, ob die Milch noch ausreicht, haben Probleme, etwa mit wunden Brustwarzen, und wissen nicht, an wen sie sich diesbezüglich wenden können.

Mehr-Generationen-Haushalte sind heute eine Seltenheit

Die Mütter wissen einfach nicht mehr, wie das Stillen funktioniert”, so die Hebamme Eva Leiner. Als man in Deutschland noch in Großfamilien lebte, konnten sich junge Mütter das Stillen von Schwester, Tante, Cousine oder Mutter abschauen und sich von eben diesen Tipps geben lassen. Heute ist der Mehrgenerationen-Haushalt eine Seltenheit und junge Mütter stehen mit ihren Fragen oft allein da.

Was die meisten von ihnen nicht wissen: Sie haben ein Anrecht auf eine professionelle Stillberatung. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Nachsorgehebamme und viele Stillberaterinnen arbeiten ehrenamtlich.

In Stillgruppen, die inzwischen in vielen Geburtshäusern und Kliniken angeboten werden, können sich stillende Frauen austauschen und von einer erfahrenen Leiterin Ratschläge einholen. Bereits während der Schwangerschaft kann man an einem solchen Kurs teilnehmen und sich über das „Stillen von Anfang an“ informieren.

Schutz vor Krankheiten, aber kein Schutz vor einer Schwangerschaft

Sollten während der Stillzeit Probleme auftreten, ist dies in den meisten Fällen kein Grund, das Kind abzustillen. Kleine Hausmittelchen, wie etwa Wollfett gegen wunde Brustwarzen oder Quarkwickel bei einem Milchstau sowie gezielte Massagetechniken, Wärme oder Kälte, schaffen schnelle Abhilfe und das regelmäßige Anlegen unterstützt den Heilungsprozess zusätzlich.

Neben den vielen Vorteilen, die Muttermilch für das Baby liefert, gibt es auch einige für die Mutter: Nach der Geburt bildet sich die Gebärmutter durch das Stillen schneller zurück, dazu gewonnene Pfunde schmelzen durch den erhöhten Kalorienbedarf quasi im Nu. Auch das Brustkrebs- und auch Herzinfarkt-Risiko sinkt durch das regelmäßige Stillen deutlich.

Beikost erst ab dem sechsten Lebensmonat

Mit dem Zufüttern von Beikost sollte man erst im sechsten Lebensmonat des Babys beginnen. Bis zu dieser Zeit wird der Nährstoffbedarf völlig durch die Muttermilch gedeckt. Die Voraussetzung dafür ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter. Mitgifte, wie bestimmte Medikamente, Nikotin oder Alkohol in großen Mengen sind während der Stillzeit tabu und können über die Milch zum Baby gelangen und diesem schaden.

Stillen bietet entgegen einiger Behauptungen übrigens keinen sicheren Schutz gegen eine erneute Schwangerschaft. Rat zu alternativen Verhütungsmethoden, die die Produktion und Konsistenz der Muttermilch nicht beeinträchtigen, gibt es beim Frauenarzt.

So stillt die Welt – Mütter, die nach der Geburt Stillen:

Schweden: 97 Prozent
Brasilien: 93 Prozent
Neuseeland: 92 Prozent
Deutschland: 90 Prozent
China: 77 Prozent
Bolivien: 62 Prozent
Ägypten: 46 Prozent
Kuba: 46 Prozent
Bangladesh: 45 Prozent
Japan: 40 Prozent
Kroatien: 24 Prozent
Kambodscha: 15 Prozent

Hier findet man Rat:

www.lalecheliga.de

www.hebammensuche.de

 

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