Der ökorrekte Weihnachtsbaum

In den Supermärkten drängen sich Lebkuchen an Spekulatius und Marzipanbrot, die ersten Schneeflocken haben uns beglückt und im Radio erklingt stündlich „Merry Christmas“ – kein Zweifel, Weihnachten steht ganz dicht vor unseren Türen. Kein Wunder, dass sich die ersten Jäger und Sammler auf den Weg machen, um den perfekten Weihnachtsbaum zu ergattern. Doch was macht einen perfekten Weihnachtsbaum eigentlich aus und was sagt die Umwelt zu dieser Tradition?

Rund 28 Millionen Weihnachtsbäume findet man jedes Jahr aufs Neue in deutschen Wohnzimmern. Dort stehen sie im Schnitt eine Woche lang, ehe sie am Straßenrand darauf warten, abgeholt und entsorgt zu werden.

Symbolbild Der ökorrekte Weihnachtsbaum © Bildagentur PantherMedia Tobias Ott

Symbolbild Der ökorrekte Weihnachtsbaum © Bildagentur PantherMedia Tobias Ott

Da klopft das grüne Gewissen doch ganz laut an und fragt, ob das wirklich so gut sein kann. Trotz Liebe zur Natur können sich die wenigsten ein Weihnachten ohne Baum vorstellen – und das müssen sie auch nicht.

90 Prozent der Weihnachtsbäume sind zu diesem Zweck gepflanzt

Der Verzicht auf einen Weihnachtsbaum würde unsere heimischen Wälder nicht retten – denn 90 Prozent der Bäume kommen ohnehin aus angelegten Weihnachtsbaumplantagen, die für unser Ökosystem keine nennenswerte Bedeutung haben.

Wer beim Baumkauf etwas für die Umwelt tun will, der sollte darauf achten, dass bei der Aufzucht keine künstlichen Dünger, Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt wurden. Diese gelangen ins Grundwasser und können der Natur langfristig schaden. Gerade im Hinblick auf das aktuell drastische Insektensterben ist dies ein wichtiger Aspekt, der bei der Wahl des passenden Weihnachtsbaums beachtet werden sollte.

Öko-Zertifizierung für Weihnachtsbäume

Zertifizierte Öko-Weihnachtsbäume garantieren eine ökologisch korrekte Anbauweise. Die Organisation Robin Wood zeigt, wo man in diesem Jahr bedenkenlos auf Baumjagt gehen darf: Wer keinen Anbieter in seiner Nähe findet, der kann sich beim Forstamt in der Region erkundigen – oft werden hier Bäume angeboten, die ohnehin der Aufforstung erlegen wären oder auf Sonderflächen angebaut wurden.

Ohne Zertifikat ist eine ökologische Anbauweise zwar nicht garantiert, der Förster kann hierüber aber Auskunft geben – und im Normalfall werden in den Wäldern keine Chemiebomben eingesetzt. Rufen Sie doch einfach mal beim zuständigen Forstamt in Ihrer Nähe an und erkundigen Sie sich. Manche Förster bieten auch Waldführungen an, in denen man eine ganze Menge über heimische Baumarten und deutsche Forstwirtschaft lernen kann.

Regionaler Hintergrund sollte bei der Wahl im Fokus stehen

Bei der Wahl der Baumart sollte auf den regionalen Hintergrund Wert gelegt werden. Die beliebte Nordmanntanne beispielsweise kommt ursprünglich nicht aus Deutschland. Lieber zu einer gewöhnlichen Tanne, Fichte oder Kiefer greifen und beim Verkäufer gezielt nach der Herkunft der Bäume fragen. Lange Transportwege belasten Klima und Umwelt und führen zu einer negativen Ökobilanz.

Um herauszufinden, ob der Baum frisch ist, sollte man ihn vor dem Kauf einmal kräftig mit dem Stamm auf den Boden klopfen. Wenn er nun schon nadelt, lieber einen anderen Baum auswählen. Dieser Sollte dann kühl gelagert und gewässert werden, damit er die Weihnachtszeit gut übersteht.

Weihnachtsbaum aus dem Blumentopf

Wer auf die Idee kommt, einen eingetopften Weihnachtsbaum im Frühjahr in den Garten zu pflanzen und damit etwas Gutes für die Natur zu tun, sollte sich vorab gut informieren. Viele der eingetopften Bäume, die es beispielsweise im Baumarkt zu kaufen gibt, haben kaum noch Wurzelwerk und lassen sich nicht ohne weiteres in den Garten pflanzen.

Ökorrekter Baumschmuck liegt im Trend

Wer nun noch auf einen ökorrekten Weihnachtsschmuck achtet und auf Plastikkugeln und Lametta verzichtet, der kann mit gutem grünen Gewissen unter dem Weihnachtsbaum sitzen! Im Internet gibt es zahlreiche Ideen, Inspirationen und DIY-Bastelanleitungen, wie man kinderleicht ökorrekten Baumschmuck selbst herstellen kann. Ob aus Papier, Ton, Filz, Stoff, Zweigen oder anderen natürlichen Materialien – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Eine kreative und zugleich umweltfreundliche Alternative zum herkömmlichen Wegwerf-Weihnachtsbaum ist ein Tannenbaum aus Holz, der jedes Jahr aufs Neue aufgestellt, bemalt oder geschmückt werden kann. Mit etwas Geschick kann ein solches Exemplar in beliebiger Größe und Form ausgesägt und zusammengebaut werden.

Alternative Bräuche zum Heiligen Abend gibt es einige – ob ein geschmückter Zweig oder ein Tannenbaum im Topf, der anschließend im Garten eingepflanzt wird – wir freuen uns auf eure Ideen und Kommentare!

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